Die Lafnitz.
Die Lafnitz ist einer der wenigen Tieflandflüsse in Österreich. Die Lafnitz entspringt in der Steiermark und fließt über eine Länge von etwa 114 Kilometern bis zur Mündung in die Raab in Ungarn. Die Lafnitz zeichnet sich in Teilbereichen durch eine besonders naturnahe Flusslandschaft aus, ist bekannt für ihre ökologische Bedeutung und bietet seltenen Vogelarten (beispielsweise dem Eisvogel) einen Rückzugsort. Das Einzugsgebiet der Lafnitz ist dabei geprägt von sehr unterschiedlichen Nutzungen, die sich in den letzten Jahrzehnten jedoch deutlich intensiviert haben. Diese Veränderungen im Einzugsgebiet führen auch zu deutlichen Veränderungen der Lafnitz selbst!
Herausforderungen für die Region.
Das Lafnitztal steht aufgrund von Nutzungsveränderungen und des Klimawandels vor großen Herausforderungen, die sich auf das ökologische Gleichgewicht, die Exposition der Bevölkerung gegenüber Naturgefahren, aber auch die wirtschaftliche Nutzung der Talräume auswirken. Auf der einen Seite stellen zunehmende Trocken- und Hitzeperioden und daraus resultierende Dürren Probleme für die landwirtschaftlichen Nutzungen dar, auf der anderen Seite führen kurze, intensive Niederschläge zu erhöhter Bodenerosion. Gleichzeitig können diese Niederschläge nur bedingt vom Boden aufgenommen werden und fließen gemeinsam mit wertvollem Boden ab. Dies führt nicht nur zu einer Verschärfung der Hochwassersituation, sondern auch zu einer Ablagerung der Sedimente im Flussbett der Lafnitz. Die für Wasserlebewesen so wichtigen Schotterbänke versanden dadurch und stehen nicht mehr als Lebensraum zur Verfügung. Die Ablagerungen im Flussbett führen zudem zu einer Einengung des Flussquerschnittes was wiederum zu Überflutungen zu einem früheren Zeitpunkt führen kann. Diese Folgen stehen alle miteinander in Verbindung und können dadurch nur durch gemeinsame Initiativen und Maßnahmen gelöst werden.
In städtisch geprägten Bereichen führt der Klimawandel auch im Lafnitztal zu zunehmenden Temperaturen, die insbesondere durch eine zunehmende Flächenversiegelung verstärkt werden. Durch die Erhöhung der Speicherfähigkeit für Wasser und die Pflanzung von Bäumen kann das Stadtklima jedoch signifikant verbessert werden.
Welche Maßnahmen werden im Rahmen von LAND4CLIMATE in der Region umgesetzt?
Im Rahmen von LAND4CLIMATE geht es an der Lafnitz darum mit privaten Grundeigentümerinnen und -eigentümern die bestmöglichen Maßnahmen zu finden, um negative Auswirkungen des Klimawandels abzupuffern. Diese Maßnahmen sind flächenspezifisch und müssen mit den bestehenden Nutzungen in Einklang gebracht werden und entsprechend kompensiert werden. Das Maßnahmenbündel umfasst vor allem Anpassungen in der Art und Weise der Bewirtschaftung, Schaffung von landschaftlichen Strukturelementen und Veränderungen (wie die Schaffung von Uferrandstreifen oder Aufweitungen) im Nahbereich der Lafnitz.
Was sind die gewünschten/erwarteten Ergebnisse dieser durchgeführten Maßnahmen?
Das Projekt soll insbesondere dazu beitragen nachteilige Auswirkungen von Hochwasser, Dürre, Hitze und Bodenerosion zu reduzieren und gleichzeitig einen Beitrag zu einem gesunden Flussökosystem leisten. Wasser ist in all diesen Belangen der verbindende Baustein – es kühlt, ist Grundlage für unsere landwirtschaftlichen Kulturen und Lebensgrundlage für unterschiedlichste Arten.